Tumorzentrum

Tumoren sind gutartige oder bösartige Neubildungen eines Gewebes. In der Behandlung von Tumoren des Knochens oder des Bindegewebes bestehen jahrzehntelange Erfahrungen. Für eine optimale Betreuung und Behandlung betroffener Patienten ist eine interdiziplinäre Bündelung von Kompetenzen erforderlich und ein optimal strukturierter Ablauf unabdingbar.

Hilfe in Notfällen

In akuten oder lebensbedrohlichen Situationen wählen Sie die regional gültigen Notrufnummern bzw. des zuständigen kassenärztlichen Notdienstes:
Rettungsdienst/Feuerwehr:          
Tel.: 112 (Rostock)

Bei Tumorerkrankungen mit akutem Behandlungsbedarf auf orthopädischem Fachgebiet:
Dienstarzttelefon Orthopädie:
Tel.: +49/151/16143902 (24h)

Im Rahmen der täglichen Allgemein-Sprechstunde kann in unserem Hause eine zeitnahe Vorstellung erfolgen.

Darüberhinaus bieten wir die Spezial-Sprechstunde „Tumoren“ an.

Verdacht auf ”Tumor des Bewegungsapparates” – Erste Schritte

Tumoren des Knochens und der Weichteile können sich je nach Tumortyp, Wachstumsverhalten und Lokalisation sehr unterschiedlich äußern. Die erste Verdachtsdiagnose wird oft im Rahmen der ambulanten Abklärung örtlicher Beschwerden am Bewegungsapparat mittels Bildgebung (z. B. Röntgen) gestellt. Äußerlich sichtbare Veränderungen oder Allgemeinsymptome können zusätzlich vorhanden sein, fehlen jedoch auch häufig. In einigen Fällen ergibt sich der V.a. einen Knochen/Weichteiltumor als „Nebenbefund“ im Rahmen einer Abklärung anderer Erkrankungen des Bewegungsapparates (z. B. Arthrose).

Sollten die erhobenen Befunde eine weitere Abklärung erfordern, wird durch die/den niedergelassene(n) Ärztin/Arzt die entsprechende fachärztliche Vorstellung, z. B. in einer Spezialambulanz, eingeleitet.

Klinik für Orthopädie: Abläufe und persönliche Betreuung

Im Rahmen der Vorstellung in unserer Tumor-Spezialambulanz findet eine klinische Untersuchung sowie die Sichtung der Unterlagen Ihrer bisherigen Behandlung statt. Bitte bringen Sie folgende Unterlagen mit: „Checkliste“.

Anhand der Befunde wird entschieden, ob und welche weitere Diagnostik  erforderlich ist, bzw. ob diese ambulant oder stationär durchgeführt wird.

Nach Sicherung der definitiven Diagnose beraten wir Sie über geeignete Therapieverfahren. Das Behandlungsprotokoll wird in Zusammenarbeit mit dem interdisziplinären Tumorboard der Universitätsmedizin Rostock erstellt. Die Vorbereitung und Durchführung der notwendigen operativen Maßnahmen sowie die unmittelbar postoperative stationäre Behandlung findet in der Klinik für Orthopädie statt. Nachbehandlung auf orthopädischem Fachgebiet wird über unsere Spezialambulanz gewährleistet, ggf. auch in enger Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt/niedergelassenen Orthopäden.

Auch in den stationären Behandlungsphasen außerhalb der Orthopädischen Klinik betreuen wir Sie konsiliarisch weiterhin mit und stehen für Rückfragen zur Verfügung.

Diagnostik

Modernste bildgebende und operative Verfahren stehen zur Verfügung für eine schonende aber effektive und schnelle Diagnostik.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Radiologie besteht neben der Möglichkeit konventioneller Röntgendiagnostik, Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT) auch Zugang zu diversen Nuklearmedizinischen Verfahren (z. B. SPECT, PET-CT).

Zur definitiven Diagnosesicherung einer Tumorerkrankung ist in den meisten Fällen die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) zur histopathologischen Aufarbeitung (Gewebetypbestimmung) durch das Institut für Pathologie erforderlich.

Dieser Biopsie kommt eine hohe Bedeutung im Hinblick auf die weitere Therapie zu. Sie sollte daher durch eine spezialisierte Klinik stattfinden, welche im weiteren Verlauf auch die definitive operative Versorgung vornimmt. In anderen Fällen sollte die Biopsie zumindest in enger Absprache mit einem spezialisierten Operateur durchgeführt werden. Diesbezüglich besteht in der Klinik für Orthopädie eine langjährige Erfahrung.

Formen der Tumorerkrankungen des Knochens und der Weichteile

Knochen und Weichteile sind relativ häufig im Rahmen anderer Tumorerkrankungen (z. B. Brust- / Lungen- / Prostatakrebs u.v.m.) mit betroffen (sog. „Metastasen“).

In einigen Fällen entstehen Tumoren direkt aus dem Knochen oder Bindegewebe. Diese Neubildungen sind häufig gutartig („benigne“), können jedoch in einigen Fällen auch bösartig („maligne“) sein.

Darüber hinaus gibt es Veränderungen im Knochen, welche weder der einen noch anderen Kategorie eindeutig zuzuordnen sind (z. B. „semi-maligne Veränderungen“, „tumorähnliche Läsionen“) aber dennoch z. T. behandlungsbedürftig sind.

Therapieprinzipien

Vor der Festlegung auf einen Behandlungsplan ist eine sorgfältige und komplette Befunderhebung erforderlich, u.a. anhand aller Vorunterlagen, klinischen, histologischen („feingeweblichen“) und radiologischen Befunden. Gegebenenfalls müssen zusätzliche Spezialuntersuchungen erfolgen. Bitte bringen Sie zur Erstvorstellung alle Ihnen vorliegenden relevanten Befunde und Bilder (Röntgen, CT, MRT etc.) mit (s. Checkliste). 

Das Vorgehen bei tumorösen Knochen-/weichteilveränderungen umfasst –abhängig vom zugrundeliegenden Tumortyp - ein breites Spektrum. Dieses reicht von der einfachen radiologischen Verlaufskontrolle bis hin zu diversen operativen Versorgungsformen, z. T. in Kombination mit medikamentöser oder strahlentherapeutischer Behandlung. Im Falle einer bösartigen Tumorerkrankung erfolgt eine interdisziplinäre Abstimmung der Behandlungsstrategie („Tumorboard“)

Die Art und der Umfang der Behandlung hängen von vielen Faktoren ab, u. a.:

  • Wunsch der Patientin/des Patienten
  • Allgemeinzustand und Begleiterkrankungen
  • zugrundeliegende Tumorform und Ausdehnung
  • (interdiziplinäre) Empfehlungen gemäß aktuellem Stand der Wissenschaft
  • möglichen Alternativen

 

Eine komplexe Tumorbehandlung, sofern erforderlich, sollte an einem Zentrum mit entsprechender Erfahrung und interdisziplinärer Anbindung erfolgen, oder zumindest in Abstimmung mit einem Zentrum erfolgen.

Kooperationspartner und beteiligte Einrichtungen

Die Klinik für Orthopädie kooperiert mit dem:

Checkliste

„Checkliste“: Was benötigen Sie für die Erstvorstellung?

  • Überweisung / Einweisung
  • Medikamentenliste (soweit vhd.)
  • alle verfügbaren Unterlagen zu bisherigen Behandlungen, insbesondere der Tumorerkrankung
  • Röntgen / Computertomographie / Kernspintomographie (MRT) etc. Aufnahmen (als CD oder Bilder)
  • Histopathologie („feingewebliche“) Befunde (soweit vhd.)

Fragen im Vorfeld einer Erstvorstellung richten Sie bitte telefonisch an unsere Anmeldung